Fast Fashion – die Ausstellung

Gestern haben wir uns in Köln die Ausstellung: Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode im Rautenstrauch-Joest Museum angesehen. Eigentlich waren wir in Köln, um mein MacBook reparieren zu lassen. Da das etwa 2 Stunden dauern sollte haben wir spontan die Austellung besucht, von der ich bislang nur die Plakate kannte.

Fast Fashion

Man hat eigentlich schon so viel dazu gelesen und gehört oder auch im Fernsehen oder bei Netflix gesehen. Trotzdem ist die Ausstellung zu Fast Fashion sehenswert. Dort werden Informationen verdichtet und mit Kunst zusammen präsentiert. Die geballten Schattenseiten wie unfaire Löhne/ Ausbeutung der Arbeiter*innen, Belastungen der Kleidung durch chemische Behandlungen und Umweltverschmutzungen verschiedenster Art werden auf Fotos gezeigt und erklärt. Dazu gibt es Filme und Kleidung zu sehen, aber nicht mit hübschen Werbebotschaften versehen, sondern mit Erklärungen wie schädlich die verschiedensten Prozesse der Herstellung von Kleidung sind. Wie gesagt: nicht neu, aber so geballt schon schwer verdaulich.

Der Schockmoment

Es wird ein Film gezeigt, der mit einer Warnung versehen ist: Nicht für Menschen unter 18 Jahren. Da ich erstens über 18 bin und mir nicht vorstellen konnte was da kommen sollte, war ich neugierig. Fehler! Es war ein Kaninchen zu sehen aus China, dem bei lebendigem Leib das Fell von der Haut gezogen wird. Die Schreie des Kaninchens höre ich heute immer noch und ich habe jetzt beim schreiben fast Tränen in den Augen. Das hat mich schockiert in seiner banalen, unglaublichen Brutalität und Respektlosigkeit. Was soll das???? Ein Tier zu töten für Mode oder ein modisches Accessoire geht schon nicht, aber das? Unfassbar.

Slow Fashion

Es geht auch anders. Wir wissen das. Alle wissen es eigentlich und so langsam kommt die Slow Fashion Bewegung auch immer mehr in Fahrt. Aber lange Zeit war Nachhaltigkeit nicht so en vogue und die angebotenen Sachen waren vielleicht fair und ökologisch produziert, aber nicht immer schön und begehrenswert. Dass das aber auch möglich ist zeigt dieser Teil der Ausstellung mit Kleidungsstücken und Accessoires, die aus Naturmaterialien traditionell gefertigt werden.

Oder der Trend Upcycling, der aus alten Sachen neue zusammensetzt und wunderbare Unikate schafft. Genauso traditionelle Taschen aus Papua Neuguinea, die mir sehr vertraut waren im Anblick durch den Hype des letzten Jahres bei Instagram und Co. zu Beuteltaschen, die ich auch heiß und innig liebe und sogar selber mache.

Wir haben uns bewußt den Slow Fashion Teil zum Schluss angesehen und das war auch gut so. Nach den deprimierenden Bildern und Infos macht das wieder Mut, dass man kein Modemuffel werden muss, sondern einfach mit kleinen Veränderungen anfangen kann, um nachhaltiger mit Ressourcen und Geld umzugehen.

Nachhaltig hergestellte Alpakaschals – ein Traum!
Mega cooler Anzug!

Fazit

Mein Fazit der Ausstellung: wer in Köln oder in der Nähe ist sollte sie sich unbedingt anschauen. Die Sonderausstellung Fast Fashion läuft noch bis zum 24.2.2019 im Rautenstrauch-Joest Museum und kostet 10 € Eintritt

Apropos Geld: eine einfache Bluse, von denen ich auch einige habe oder hatte, eines großen Players in der Fashionszene kostet……..0,26 € in der Herstellung. Andere Sachen sind noch viel billiger! Das heisst, dass nicht nur die Menschen, die das Zeug herstellen ausgebeutet werden, sondern auch wir Konsumenten verarscht werden. Sorry, aber anders kann man das nicht ausdrücken, wenn diese Bluse, deren Qualität ich kenne und die nicht besonders ist, im Geschäft 29,95 € kostet. Wir empfinden das als günstig und nehmen gerne noch welche mit nach Hause als Basicteil. Der Hersteller aber lacht sich tot und macht ein Vermögen damit. Googelt mal die Vermögensverhältnisse der bekannten Bekleidungseigentümer. Interessanter Lesestoff! (Ironie!)

Alle Fotos sind von mir und der Artikel drückt meine persönliche Meinung aus. Lust darüber zu diskutieren? Gerne in den Kommentaren!

Folge:

2 Kommentare

  1. Chrivo
    1. Februar 2019 / 18:00

    Vielen Dank für diesen sehr guten Artikel. In Liebe Mama

    • Claudine
      Autor
      1. Februar 2019 / 18:37

      Oh vielen lieben Dank 😊

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